Titelbild DEK allgemeinDeutsche Echtheitskommission LogoDEK - Deutsche Echtheitskommission

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte der DEK

Unter "Farbechtheit" versteht man in allgemeinster Fassung die Widerstandsfähigkeit von Färbungen und Drucken gegen die Beanspruchungen bei der Verarbeitung und im Gebrauch der Textilien. Dabei werden diese Echtheiten zum Einen durch die Arbeitsverfahren in den Färbereien und Druckereien, zum Anderen aber vor allem auch durch die jeweils verwendeten Farbstoffe beeinflusst.

Insbesondere im Zuge der teilweise stürmischen Entwicklung der synthetischen Farbstoffe in der letzten Hälfte des 19. und im 20. Jahrhundert zeigte sich deshalb die Notwendigkeit, Farbstoffe verschiedener Produzenten bezüglich ihrer Eigenschaften untereinander und mit den früher ausschliesslich verwendeten, von der Natur gelieferten Produkten durch reproduzierbare Tests objektiv miteinander vergleichen zu können.

Es war deshalb nur folgerichtig, dass sich 1911 auf Veranlassung des Vereins Deutscher Chemiker die Echtheitskommission gründete, um entsprechende Untersuchungsverfahren auszuarbeiten. Ihr gehörten namhafte Vertreter der damaligen Textil- und Farbstoffindustrie sowie der Hochschulen an. Vorsitzender war der Geheimrat Dr. A. Lehne, Schriftführer Prof. Dr. Paul Krais, dem im Zusammenhang mit dem Echtheitsgedanken besondere Erwähnung gebührt (v. Hornuff: "50 Jahre Farbechtheitsprüfung 1911 - 1961", Melliand Textilberichte 43/1962/S.374-378).

Diese Kommission entwickelte schon in der damaligen Zeit Tests, in denen das Untersuchungsergebnis von Färbungen auf Baumwolle, Wolle und Seide hinsichtlich der Änderung der Farbtiefe und des Anblutens von Begleitmaterial mit bestimmten Testfärbungen visuell verglichen und eingestuft wurde. Schon damals lagen für die Beurteilungen die heute noch verwendeten 5 Echtheitsstufen zugrunde.

Bis zum 2. Weltkrieg erforderten dann insbesondere neue Faserentwicklungen - wie z.B. Acetat und Viskose - gewisse Änderungen der bereits bestehenden bzw. sogar vollständig neue Testverfahren.

Nach den Kriegswirren wurde die Deutsche Echtheitskommission dann 1949 unter Vorsitz von Prof. Dr. W. Weltzien als "Arbeitsgruppe C9a des Fachnormenausschusses für Materialprüfung und Technik" neu gegründet und somit in das Deutsche Institut für Normung (DIN) inkorporiert.

Parallel laufend dazu wurden auch die Verbindungen zu mittlerweile gegründeten anderen europäischen Interessenverbänden intensiviert, wobei insbesondere die damalige Zusammenarbeit mit der schweizerischen und französischen Echtheitskommission zu erwähnen ist, die schliesslich zur Gründung der Europäisch-Continentalen Echtheitskonvention (ECE) führte. Diese ECE ebnete dann auch den Weg zur Internationalen Organisation für Standardisierung (ISO).

In diese Phase fällt dann 1951 auch die Einführung eines unabhängigen Beurteilungsmassstabes anstelle der bisher zum Vergleich verwendeten Testfärbungen. Dieser sogenannte Graumaßstab ist bis zum heutigen Tage das universelle Hilfsmittel für die visuelle Bewertung praktisch aller Echtheitsprüfungsergebnisse.

So haben sich in den verschiedenen Testverfahren der "Gründerzeit" zwar ständig gewisse Veränderungen ergeben, vom Prinzip her sind sie aber bis auf neu hinzugekommene Normen, die durch den Fortschritt der Technik und die Veränderung in den Verbrauchergewohnheiten erforderlich wurden, nur wenig verändert worden.

Dabei war es von Beginn an das Leitmotiv der Deutschen Echtheitskommission, alle Tests möglichst unkompliziert und vor allem ohne großen, apparativen Aufwand durchführen zu können, um so einem möglichst großen Interessentenkreis die Anwendung der genormten Verfahren zu ermöglichen. Die gewaltige Entwicklung und Spezialisierung der Ausrüstungsverfahren sowie veränderte Verbrauchergewohnheiten und nicht zuletzt auch die Schnelllebigkeit der Geschäfte zwangen allerdings im Laufe der Zeit zu gewissen Zugeständnissen. So haben sich z.B. für die Bestimmung der Lichtechtheiten künstliche Lichtquellen durchgesetzt, um schneller an Ergebnisse zu gelangen. Ebenso verlangten moderne Waschverfahren auch bei der Waschechtheitsprüfung eine gesteuerte Aufheizgeschwindigkeit der Waschflotten, die spezielle Heizaggregate voraussetzte.

Im Augenblick zeichnet sich - auch auf internationaler Basis - eine gewisse Tendenz ab, die Bewertung der Prüfungsergebnisse anstelle mittels der bisher üblichen visuellen Methode mit dem 5-stufigen Graumaßstab durch farbmetrische Messungen vorzunehmen. Das bringt natürlich - insbesondere bei ungeübten Bewertern - eine zusätzliche Sicherheit. Inwieweit sich dieses Verfahren im Laufe der Zeit als alleinige Methode durchsetzen wird, bleibt abzuwarten, zumal es dem ursprünglichen Leitmotiv der Gründer der Deutschen Echtheitskommission nach einfachen Methoden ohne großen, apparativen Aufwand nicht unbedingt gerecht wird.

Damit ist das Problem der Echtheitsprüfung also zwar ein bereits verhältnismässig altes Thema, das sich aber unentwegt im Fluss befindet, da es ständiger Aktualisierung und Anpassung an die gegenwärtigen Umstände bedarf.

Text: Dr. Günter Kratz, Bielefeld

Mitte/ Ender der 90er Jahre wurde mit großem Aufwand unter dem Präsidenten Dr. Wolfgang Schiller und dem Geschäftsführer Dipl. Ing. Ulrich Kraemer begonnen, die DEK zu modernisieren. U.a. wurde die Hilfsmittelherstellung, deren Lagerung sowie der Vertrieb neu geordnet und 2008 zentral in den neuen Geschäftsraumen in Erding zusammengeführt.

Aufgrund dieser Maßnahmen konnten in der Folge nationale und internationale Normungsarbeiten auf dem Gebiet der Echtheitsprüfungen farbiger Textilien intensiver unterstützt werden.

Mit der Welle von Zertifizierungs- und Akkreditierungsmaßnahmen von Betrieben, Instituten, etc., wuchs die Verantwortung der DEK im Rahmen des Vertriebes normgerechter Hilfsmittel deutlich und brachte einen erheblichen Zuwachs an ehrenamtlichen Aktivitäten.

Internationale Entwicklungen führten dazu, dass die seit 1911 als nichtselbständiger Verein tätige DEK sich 2008 als selbständiger gemeinnütziger Verein Deutsche Echtheitskommission e.V. neu ausrichtete. Die enge Verknüpfung zum DIN e.V. ist entsprechend vertraglich geregelt und bleibt auch zukünftig über den Normenausschuss DIN NA 062-05-11 AA erhalten.

Der bis dahin gewerbliche Hilfsmittelvertrieb der DEK e.V. wurde im Dezember 2009 als Deutsche Echtheitskommission DEK GmbH neu gegründet und 2010 aus dem DEK e.V. ausgegliedert. Als Geschäftsführer wurde Herr Kraemer bestellt.

Text: U. Kraemer / Sept. 2010

Kaestchen DEK
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